top

Tagebuch Orgelreinigung

Nach fast 50 Jahren treuem Dienst wird unsere Orgel vom 29. Oktober bis 7. Dezember von Grund auf gereinigt und gewartet. Die Arbeiten werden von der Orgelbaufirma Förster & Nicolaus durchgeführt, die die Orgel auch ursprünglich gebaut hat.


Viel Spaß!

2. Tag (30. Oktober)

...es geht weiter mit dem Ausbau der Pfeifen...
Ob der Platz auf der Empore für alle Pfeifen reichen wird???
Hier noch ein paar Begriffe, die in den Bildunterschriften immer wieder vorkommen werden:
- Register: beschreibt eine Pfeifenreihe mit einem bestimmten Klang. Durch Kombination verschiedener Register wird der Klang der Orgel vom Organisten gestaltet. Unsere Orgel hat insgesamt 24 Register.
- Hauptwerk, Oberwerk, Pedalwerk: Eine Orgel wird in einzelne Werke unterteilt, wobei ein Werk jeweils einem Manual (Tastatur) zugeordnet wird. Das Hauptwerk wird bei unserer Orgel über die untere Tastatur gespielt und das Oberwerk über die obere Tastatur. Das Pedalwerk wird mit den Füßen über die Pedale gespielt.
- 16', 8', 4', 2': Die Register einer Orgel werden oft über das Längenmaß 'Fuß' charakterisiert. Diese Zahl gibt die Länge der Pfeife des tiefsten Tons der Manuale, bzw. des Pedals an. Die Pfeife des tiefsten Tons eines 8' Registers ist dementsprechend ungefähr 2,40m lang. Größere Fußzahlen bedeuten eine tiefere Tonlage, höhere Fußzahlen eine höhere Tonlage. Die Pfeifen eines 4' Registers sind zum Beispiel halb so lang wie die eines 8' Registers und klingen eine Oktave höher.

3. Tag (31. Oktober)

Spätestens heute ist es auch vom Kirchenraum ersichtlich, dass die Orgel gewartet wird: Die ersten Pfeifen im Prospekt fehlen!

4. Tag (1. November)

So langsam geht es wirklich ins Eingemachte. Fast alle Pfeifen sind ausgebaut, lediglich die Prinzipalpfeifen stehen noch im Prospekt. Sie bleiben dort auch stehen und werden nur einzeln zur Reinigung entnommen und dann wieder eingesetzt.

Hier noch ein paar weitere Begriffe für die nächsten Schritte (jetzt wird es etwas kompliziert ;-)):
- Wind: Nein, hier geht's nicht ums Wetter. Als Wind bezeichnet der Orgelbauer die Luft, die vom Gebläse erzeugt, in den Pfeifen den Ton erzeugt.
- Windlade: Über die Windladen wird der Wind vom Gebläse an die Pfeifen geleitet.
- Pfeifenstock: Auf den Pfeifenstöcken stehen die Pfeifen. Durch die Bohrungen in den Pfeifenstöcken strömt von unten der Wind in die Pfeifen.
- Schleiflade: Über die Schleifladen, werden die einzelnen Register aktiviert (der Organist spricht davon Register zu ziehen oder abzustoßen). Die namensgebende Schleife ist eine gelöcherte Metallleiste. Wenn ein Register gezogen wird, wird die jeweilige Schleife so bewegt, dass ihre Löcher über denen des Pfeifenstocks zu liegen kommen und so der Wind in die Pfeifen strömen kann.
- Kondukte: Wenn Pfeifen nicht direkt auf den Pfeifenstöcken stehen können (z.B. bei den Pfeifen, die im Orgelprospekt stehen), wird der Wind über Rohrleitungen oder Schläuche in die Pfeifen geleitet. Diese Leitungen nennt man Kondukte.

5. Tag (2. November)

Die erste Woche ist rum, der Orgelbauer hat die Baustelle aufgeräumt und ist ins wohlverdiente Wochenende gefahren. Die Reinigung läuft nach Plan.
Wir haben heute zwei kleine Änderungen beauftragt:
1) Die Orgel bekommt ein neues breiteres Notenpult. Gerade bei etwas längeren Stücken, war es bisher mit den Noten immer etwas knapp, das sollte jetzt besser werden. Unter dem Notenpults wird eine LED-Leiste montiert, die in Zukunft die Registerschalter beleuchten wird, die bisher durch das alte Notenpult etwas verdeckt wurden.
2) Bisher gab es zwei Schalter, um die Orgel anzuschalten: Einen für das Gebläse und einen für die Elektronik. Das war für fremde Organisten manchmal etwas verwirrend. Zusammen mit der Kelsterbach Firma ZaWo wird der Orgelbauer die Elektrik umbauen, so dass es in Zukunft nur noch einen Schalter geben wird. Übrigens darf ein Orgelbauer von Seiten der Berufsgenossenschaft Arbeiten an der Elektrik nur bis zu einer Spannung von 60V durchführen.

6. Tag (5. November)

7. Tag (6. November)

8. Tag (7. November)

9. Tag (8. November)

Heute kam die Information vom Orgelbauer, die Belederung der Posaunen im Pedalwerk müsste erneuert werden - Leder in der Posaune???

11.Tag (13. November)

Nein, die Orgelbauer haben nicht einen Tag 'blau' gemacht! Den gestrigen Tag haben sie in der heimischen Werkstatt in Lich verbracht und unter anderem an den Tastaturen gearbeitet.
Sie sind aber gut voran gekommen, so dass sie entgegen der ursprünglichen Planung schon heute wieder in unserer Kirche waren.

16. Tag (20. November)

Ja, wieder gibt es eine kleine Lücke hier im Tagebuch. Dieses Mal hatte der Orgelbauer tatsächlich letzte Woche zwei Tage frei, aber er hat auch primär in der Werkstatt in Lich gearbeitet, so dass es in unserer Kirche kaum etwas zu sehen gab - zumindest nicht in Bezug auf die Orgelreinigung.
Dafür aber heute gleich umso mehr.

19. Tag (23. November)

21. Tag (27. November)

22. Tag (28. November)

Wo wir gerade bei Noten sind: Wussten Sie, dass Orgel- und Cembalonoten häufig im Querformat gedruckt sind, während Noten für die meisten anderen Instrumente eher im Hochformat gedruckt sind.
Interessant ist auch, dass Organisten Literaturstücke meistens nach Noten spielen, während Klavierschüler schon früh lernen, Stücke auswendig zu spielen.
Im Gegensatz zu Literaturstücken, die komplett ausnotiert sind, spielen viele Organisten Gemeindeliedern frei. Das heisst, sie 'erfinden' die Begleitung zur Melodie im Gesangbuch während des Spielens. Vor- und Nachspiel werden auch meistens frei auf Basis der Melodie improvisiert.

24. Tag (30. November)

27. Tag (5. Dezember)



   Acrobat Reader  Valid CSS!  Valid XHTML 1.0!
Hauptmenu
 
Submenu
 
bottom